21.03.2025
Liebe Geschwister im Glauben, liebe Leserin, lieber Leser,

wie halten Sie es mit der Fastenzeit? In unserem Kirchenjahr ist dafür der Zeitraum von Aschermittwoch bis Karsamstag vorgesehen. Wenn diese Ausgabe unseres Kirchenblättchens bei Ihnen ankommt, sind wir sozusagen in der zweiten Halbzeit.  Hatten Sie sich für diesen Zeitraum etwas vorgenommen? 
Wie ist es Ihnen bis jetzt damit ergangen?

Fasten – das kann ein Verzicht auf bestimmte Lebens- bzw. Genussmittel sein. Das kann ein Verzicht auf schlechte Gewohnheiten sein. Das kann ein Verzicht auf Annehmlichkeiten oder Bequemlichkeiten sein. 
Ein solcher Verzicht bringt Erfahrungen und Einsichten mit sich: Wie ist das, wenn wir eine begrenzte Zeit lang ganz bewusst etwas nicht tun? Wie wirkt sich das auf uns selber aus? Oder auf unsere Beziehungen zu anderen Menschen? Oder auf unsere Beziehung zu Gott? 
Bei unseren katholischen Glaubensgeschwistern gibt es den Brauch des „Fastenopfers“. Ja, dabei geht’s ums Geld. Manchmal lässt sich Geld sparen, wenn man auf etwas verzichtet. Man wird aufmerksam darauf, was wir ganz selbstverständlich haben und was andere Menschen nicht haben – und sich mancherorts nie werden leisten können. 
Ein guter Spendenzweck des gesparten Geldes findet sich. 

Doch die Passions- bzw. Fastenzeit soll vor allem der Vorbereitung auf das Osterfest dienen. 
Ich möchte dieses Fest „Auferstehungsfest“ nennen. 
Auferstehung Jesu – da geht es um die Grundlage unseres Glaubens: Gott hat diesen Jesus Christus auferstehen lassen. Wenn dies nicht wahr wäre, dann wäre unser Glaube ohne Zuversicht, dann wäre unsere Hoffnung eine trügerische Illusion, dann stünden wir mit einer Lebenslüge da. Das wäre wirklich tragisch. 
In den Tagen bis Ostern werden wieder viele Zeitschriftenartikel und Fernsehsendungen auf uns zukommen, die genau dies beabsichtigen: den Auferstehungsglauben unglaubwürdig oder mindestens bedeutungslos zu machen. 
Haben Sie keine Angst davor. Das geht seit 2000 Jahren so. Schon die Bibel berichtet davon. 
Und was die Bibel bereits auch zeigt, ist, worum es wirklich geht: Es geht um die Macht. Es geht um die Antwort auf die Frage, wer über unsere Welt letztendlich zu bestimmen hat. 
Der christliche Glaube beantwortet diese Frage im Gefolge der alttestamentlich-jüdischen Tradition klar und deutlich. Und wir erleben, welche zerstörerischen Folgen es hat, wenn Menschen meinen, jene nur Gott zustehende Macht für sich in Anspruch zu nehmen. 

Heißt das nun, dass der Auferstehungsglaube auch eine grundsätzlich sowohl existenzielle als auch ethische Daseinsfrage ist? 
Ich meine: Ja. 
Denn die christliche Antwort auf die Frage, wer über unsere Welt letztendlich bestimmt, hat nicht nur Folgen für unser Wirklichkeitsverständnis. Sie hat ganz unmittelbare Folgen für unser Leben und Zusammenleben und die Schöpfung insgesamt. 
Allerdings sollte diese Einsicht – wenn ich jetzt mal bei mir bleibe – meiner Lebensweise deutlicher anzusehen sein. 

Zurück zum Osterfest. 
Lassen Sie uns den Auferstehungsglauben feiern. Lassen sie uns feiern, dass wir von Gott angenommen und vor Gott richtig sind, wenn wir uns auf Christus einlassen und Gottes Liebe mit unserem Glauben beantworten. 
Lassen Sie uns das Auferstehungsfest genießen. und die Freude über unser Dasein vor Gott und untereinander nachwirken und weiterleben lassen.

Bleiben Sie behütet.